Zu den Internetseiten von lo-net²
Virtuelle Classrooms, Weblogs, Foren, Wikis, Chats - eine Vielzahl von neuen Kommunikations- und Wissenswerkzeugen haben in den letzten Jahren das Lernen revolutioniert. In Kombination mit Angeboten der Präsenzlehre bringen E-Learning Elemente mehr und mehr auch frischen Wind in den Unterricht. Besonders Berufs- und Fachschulen nutzen die Chance, in diesem Bereich ein Profil aufzubauen.
“Was heute modern ist, ist morgen gegebenenfalls schon wieder überholt. Eine Konsequenz daraus heißt lebenslanges Lernen.“ Mit diesen Worten eröffnete Peter Hauk, der Minister für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg im Juni 2005 die Lernplattform an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Heidelberg (LVG). Mittlerweile ist sie an der LVG Heidelberg in keinem Unterrichtsfach mehr wegzudenken. Nicht nur, dass für die Lehrer und Fachschüler die Organisation des Unterrichts einfacher wurde, auch die ehemaligen Schüler fordern weiterhin Zugang zur Lernplattform, um – wie sie sagen – „auf dem Laufenden zu bleiben“.
Auch an der Berufsbildenden Schule Agrarwirtschaft in Bad Kreuznach, Rheinland Pfalz, wird seit dem vergangenen Schuljahr mit der Lernplattform lo-net² gearbeitet. Als klare Stärke wurde bisher hier die Individualisierung des Lernprozesses genannt, denn die Schüler können ihren Lernprozess an den eigenen Möglichkeiten ausrichten (freie Zeit, Tagesform). Nur die eingeschränkten Möglichkeiten des persönlichen Kontakts wurden von den Schülern bemängelt. Denn bisher haben sich die angehenden Agrarbetriebsfachwirte einen freien Tag pro Woche für die Schule organisiert, um mal raus zu kommen und mit anderen Erfahrungen auszutauschen.
Diese Praxisbeispiele (nachzulesen in der Fachzeitschrift B&B Agrar / Ausgabe 5-2006) zeigen: in Kombination mit klassischem Präsenzunterricht ist E-Learning ein zeitgemäßer Lernbaustein, der das Spektrum einer modernen Schule abrundet. Allerdings ist E-Learning kein Ansatz, mit dem sich der Lernerfolg wie von selbst einstellt. Vielmehr noch als im Präsenzunterricht bedarf es einer sorgfältigen Planung, die genau auf die Lerninhalte, das didaktische Umfeld und nicht zuletzt die technische Infrastruktur der Schule abgestimmt sein muss.
Vor allem aber sollte E-Learning nicht nur als Möglichkeit gesehen werden, Schüler und Lehrer mit neuen didaktischen Innovationen im Unterricht zu motivieren. In der beruflichen Bildung geht es vielmehr darum, Schlüsselqualifikationen zu vermitteln, die in der zukünftigen Arbeitswelt der Schüler ein zentraler Bestandteil sein werden. Neben dem Umgang mit neuen Medien sollte die Förderung kommunikativer Kompetenzen sowie die Fähigkeit des selbst gesteuerten Lernens bei der Konzeption im Vordergrund stehen.
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